In diesem Beitrag möchte ich aus aktuellem Anlass näher darauf eingehen, was Sie bei der Verwendung der Mitarbeiterfotos in Ihrer Werbung beachten müssen.

Die wichtigste Grundregel lautet: Es ist eine Einwilligung des Mitarbeiter nötig

Ein „Bildnis“ eines Mitarbeiters darf nur dann „verbreitet“ oder „öffentlich zur Schau gestellt werden“, wenn der Mitarbeiter eingewilligt hat. Diese Einwilligung sollte schriftlich geschehen. Mündliche Einwilligungen sind zwar nicht ausgeschlossen, die Gerichte sind im Bezug auf Bildrechte allerdings inzwischen so streng, dass die mündliche Einwilligung im Zweifelsfall nicht weiterführt. Des Weiteren muss die schriftliche Einwilligung vor der Veröffentlichung eingeholt werden. Und noch ein ganz besonderer Punkt ist zu beachten: Sofern es sich bei den Mitarbeiterfotos um Arbeitnehmer handelt, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, oftmals also Ihre Azubis, ist sogar die Einwilligung der Erziehungsberechtigten erforderlich.

Das sollten Sie ernst nehmen, denn nicht jedes Mitarbeiterverhältnis endet im Guten. Tritt der Mitarbeiter aus Ihrem Unternehmen aus und weiß um die Gesetze, kann die unbefugte Verbreitung solcher Aufnahmen eine Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr vorsehen.

Natürlich nimmt man das Mitarbeiterfoto nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses bald von der eigenen Homepage, aber was ist mit gedruckten (bereits verteilten) Erzeugnissen, einem kostspieligen Imagefilm oder dem tollen Teamfoto, welches Sie noch nicht austauschen möchten.

Wenn Sie sich das schriftliche Einverständnis einholen, welches rechtssicher formuliert ist, brauchen Sie sich darum keine Gedanken machen und dürfen das Bild weiterverwenden. Natürlich sollte es nicht den Anschein erwecken, der Mitarbeiter sei noch bei Ihnen beschäftigt.

Wichtig hierbei, die Verwendung der Bezeichnung “Bildnis”, denn

„Bildnis“ sind gleich Fotos aller Art sowie Filme!

Das Kunsturheberrechtsgesetz beinhaltet nicht den Einzelfall, dass ein Foto verbreitet wird, sondern es verwendet den Begriff „Bildnis“.

Das gute dabei ist, dass der Begriff „Bildnis“ alles abdeckt, ganz gleich auf welchem technischen Weg die Abbildung einer Person entstanden ist. Zudem gilt: Auch bewegte Bilder sind „Bildnisse“! Die Regelung gilt also ebenso für Filmaufnahmen aller Art.

Weiterhin sollte darauf geachtet werden, dass gut formuliert wird, wofür diese Aufnahmen verwendet werden, beispielsweise für den eigenen Internetauftritt, Social Media und Printmedien. Ein einfaches “Das Unternehmen darf Abbildungen des Mitarbeiters für eigene Zwecke verwenden” kann später leicht angefochten werden.

Sie haben eine solche Vereinbarung noch nicht getroffen? Es gibt im Internet zahlreiche Mustertexte für eine solche Vereinbarung die Sie auf Ihr eigenes Briefpapier bringen und an Ihre Corporate Identity anpassen können.